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Die Implantat-Akupunktur ist ein auf Auriculotherapie (Ohrakupunktur) basierendes Therapiekonzept mit Implantatnadeln.

Implantat-Akupunktur

Die Methodik der Implantat-Akupunktur unterscheidet sich im Wesentlichen von klassischer Ohrakupunktur dadurch, dass anstatt einer Kurzzeitbehandlung mit Einmal- oder Wochennadeln (bsp. ASP) eine spezielle Implantatnadel aus Titan (oder ein Templantat aus Resomer) aseptisch an den Reflexpunkt gesetzt wird und dort verbleibt. Der Wirkungszeitraum ist nicht begrenzt. Die Nadel wächst nach wenigen Tagen unsichtbar und narbfrei im bradytropen Gewebe ein.

Eine signifikante Wirkungsdauer von bis zu 8 Jahren ist derzeit erwiesen. Eine weitaus längere Wirkungsdauer ist möglich. Erstmals wurde die Implantat-Akupunktur jedoch 1999 beschrieben und angewendet - demzufolge liegen keine retrospektiv längeren Studienergebnisse vor.

Durch den Einsatz eines Implantats erfolgt ein kontinuierlicher Reiz am Reflexpunkt. Der Effekt der Downregulation ist bislang nicht beobachtet worden.

Als Alternative zum Dauerimplantat aus Titan werden Templantate eingesetzt. Sie wirken analog, bestehen jedoch nicht aus Titan sondern aus RESOMER, einem hoch biokompatiblen, resorbierbaren Homopolymer. Der Wirkungszeitraum beträgt 15-20 Monate. Danach lösen sich die Templantate vollständig auf und werden vom Körper resorbiert.

Auriculotherapie

Die moderne Ohrakupunktur ist ein Konzept der Diagnose und Therapie des französischen Arztes Paul Nogier. Im Jahre 1956 stellte er seine Erkenntnisse erstmals auf einem Akupunktur-Kongress in Frankreich vor. 1957 erschien dieser Vortrag in der "Deutschen Zeitschrift für Akupunktur" und erreichte auch China. Dort wurde ebenfalls weiter geforscht, so dass von einer französischen und einer chinesischen Schule gesprochen werden kann.

In China wurden erstmals im Huangdi Neijing (im 1. Jahrhundert v. Chr.) rund 20 Akupunkturpunkte auf der Ohrmuschel erwähnt. In Persien und im alten Ägypten wurden einzelne Punkte der Ohrakupunktur genutzt und auch Hippokrates kannte einzelne Reaktionspunkte auf der Ohrmuschel. Nogier hat erstmals die Projektion des Homunculus und eine Systematik der Ohrmuschel veröffentlicht.

Wirkungsweise

Die Ohrakupunktur zählt zu den regulationstherapeutischen Verfahren. Diese gehen von einem sich selbst regulierenden Organismus aus, der all seine Körperfunktionen auf die Norm reguliert, Störungen kompensiert und Heilungsprozesse initiiert und unterhält: funktionelle Störungen und Schmerzen projizieren sich in Reaktionspunkten auf die Körperoberfläche. Die Reizung dieser Punkte stimuliert gezielt die Autoregulation, um diese Dysfunktion zu normalisieren oder zu kompensieren.

Als Wirkmechanismen der Ohrakupunktur werden segemtale Verschaltungen und Modulationen auf verschiedenen Ebenen des Zentralnervensystems (Rückenmark, Stammhirn, Hypophyse, Hypothalamus, Zerebrum) diskutiert. Des Weiteren werden die Ausschüttung von Neurotransmittern und die neuronale Plastizität diskutiert. Innerviert wird das Ohr von drei Nerven:

  • Nervus auricularis magnus (Plexus cervicalis)
  • Nervus auricularis nervi vagus
  • Nervus auriculotemporalis (N. trigeminus)

Die am Ohr befindlichen Reflexpunkte (Akupunkturpunkte) werden den Organen bestimmter Körperzonen zugeordnet. Alle Reize, die durch Akupunktur ausgelöst werden, gelangen über das Zwischenhirn zu den angesprochenen Körperregionen. Dadurch wird das Informationssystem des Körpers mittels elektrischer Impulse aktiviert und das zentrale Nervensystem (ZNS) angeregt. Das ZNS wiederum stimuliert und aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers und nimmt Einfluss auf die Abwehrkräfte und Nervenbotenstoffe, die den gesamten Körper versorgen.

Indikationen

Mit Implantat-Akupunktur können akute und chronische Erkrankungen ohne Nebenwirkungen gezielt und sofort wirksam behandelt werden. Bei chronischen Krankheitsbildern wird eine effektive Langzeitwirkung der Akupunktur erzielt. Siehe Indikationenliste

Kontraindiziert ist die Anwendung von Implantat-Akupunktur generell bei Macumar-Einnahme, Bluter-Erkrankungen sowie Entzündungen des Ohres.

Vorteile der Implantat-Akupunktur

  • Implantat-Akupunktur ist ein effektives und nebenwirkungsfreies Therapiekonzept
  • Implantat-Akupunktur ist eine wirksame Schmerztherapie. Akute und funktionelle Schmerzen können beeinflusst, gelindert und häufig ausgeschaltet werden
  • Implantat-Akupunktur wirkt ausgleichend und regulierend. Störungen des zentralen Nervensystems (Furcht, Platzangst, Parkinson, Konzentrationsmängel, Schwindel, Stottern usw.) werden nachhaltig beeinflusst
  • Implantat-Akupunktur ist von ausgleichender, entspannender und anregender Wirkung und daher zur konstitutionellen Behandlung von alten Menschen geeignet
  • Implantat-Akupunktur ist eine wirkungsvolle Basistherapie zur Suchtbehandlung (Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit, Raucherentwöhnung oder Regulierung des Essverhaltens)

Medizinrecht und Kassenleistung

Da die Implantation trotz ihres minimal-invasiven Charakters einen chirurgischen Eingriff darstellt, sind anwendende Therapeuten zum Abschluss eines Zertifikates „Implantat-Akupunkteur“ verpflichtet. Siehe Qualifikation

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Therapie derzeit noch nicht, einige private Krankenkassen übernehmen die Materialkosten der Implantate.



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